Hinweis: Zur Zeit helfe ich ehrenamtlich nicht bei der Stadtmission aus. Ich bin vielleicht in der nächsten Kältesaision 2025/26 wieder dabei.

Die Berliner Stadtmission unterstützt mit einem breiten Angebot unter anderem Armutsbetroffene, Obdachlose, Geflüchtete und Senioren.
Die Berliner Stadtmission ist ein selbstständiger Verein unter dem Dach der Evangelischen Kirche und wurde 1877 als Hilfsorganisation gegründet. Sie setzt sich aus etwa 1000 haupt- und 1.500 ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammen, leistet mit 42 diakonischen Einrichtungen an über 70 Standorten missionarische und diakonische Großstadtarbeit und will besonders Menschen am Rand unserer Gesellschaft helfen. Sie finanziert sich überwiegend aus öffentlichen Zuschüssen und Spenden.
Die Gründer der Berliner Stadtmission wählten im Jahre 1877 aus der Bibel den Vers Jeremia 29,7 aus dem Alten Testament als Leitwort: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn.“

Obdachlosenhilfe
Mein Herz hängt schon lange an der Obdachlosenhilfe, auch wenn mir das lange Zeit nicht bewusst war. Beispielsweise zeugt meine Ideenfindung „Penner-Art“ aus dem Jahr 2006 davon.
Ich engagiere mich dafür ehrenamtlich bei der Stadtmission, so gut und so oft ich kann.
Notunterkunft (Kältehilfe)
Im Januar 2019 begann mein Einsatz bei der Stadtmission im Rahmen der Kältehilfe. Seitdem unterstütze ich ausschließlich die Notunterkunft Lehrter Straße (NÜ1). Die Unterkunft bietet obdachlosen Menschen von November bis April kostenlos einen warmen Aufenthaltsraum, eine Suppenküche, eine Ambulanz, eine Kleiderkammer sowie Schlafmöglichkeiten mit sanitären Einrichtungen an. Ich selbst bin in der Suppenküche tätig. Das bedeutet für mich, dass ich Salate und andere Nahrungsmittel zubereite, Essensspenden vom angrenzenden Hauptbahnhof abhole, mich um den anfallenden Abwasch kümmere und neben der Küche auch an der Essensausgabe stehe. Natürlich bin ich dafür nicht alleine zuständig.
Was mir besonders gut an der NÜ1 gefällt
Die allgemeine Stimmung ist stets harmonisch, und der Kontakt zu den Gästen erfolgt auf Augenhöhe. Stresssituationen gibt es natürlich schon, doch größere Konflikte sind äußerst selten. Wer möchte, kann direkt den Kontakt zu den Gästen suchen, mit ihnen plaudern oder einfach ein offenes Ohr anbieten. Besonders gut finde ich, dass auch betrunkene oder unter Drogeneinfluss stehende Menschen Zugang zum Aufenthaltsraum bekommen, solange sie sich selbstständig bewegen können. Laut Hörensagen soll das in manch anderer Notunterkunft anders geregelt sein, was ich ziemlich falsch finde, denn hilfsbedürftige Personen sollten bei niedrigschwelligen Angeboten so angenommen werden, wie sie sind, und nicht abgewiesen werden. Deshalb glaube ich, gleich in die richtige Unterkunft gelandet zu sein. Alkohol- und Drogenkonsum wird innerhalb der NÜ1 aber nicht geduldet. Auch dafür wird jeder Gast am Eingangsbereich durchsucht, damit er keinen Alkohol oder andere Drogen mitnehmen kann, darüber hinaus keine Waffen und sonstige gefährliche Gegenstände. Die Überprüfung dient darüber hinaus zum Abchecken, ob akute oder ansteckende Krankheiten wie bspw. Milbenbefall bestehen.
Verknüpfungsliste:
- Internetseite der Berliner Stadtmission
- Video: NÜ1 in der Lehrter Straße (youtube.com)
- Berliner Stadtmission – Wikipedia
- Soziologin: Gewalt gegen Obdachlose nimmt zu. – taz.de
- Todesfälle von wohnungslosen Menschen: Unsichtbare Leichen – taz.de
Hinweis: Natürlich ist es ein Stück weit Selbstdarstellung, wenn ich hier über meine ehrenamtlichen Tätigkeiten schreibe. Aber: Mit meiner eingeschränkten Arbeitsfähigkeit habe ich das Bedürfnis, auf andere Weise aktiv zu sein und der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Niemand sollte sich dadurch schlecht fühlen, wenn er neben seiner eigentlichen Arbeit kein gesellschaftliches Engagement ausübt – jedenfalls ganz sicher nicht durch mich – ich mache und teile das auch für mein eigenes seelisches Wohlbefinden. Außerdem konfrontiert mich das Ehrenamt in einem halbwegs sicheren und kontrollierbaren Rahmen mit meinem chronischen Vermeidungsverhalten. Das öffentliche Teilen über das Engagement ist daher auch ein digitaler Anstupser, um dort im Idealfall öfter hinzugehen. Er erinnert mich beständig daran, dass ich mich punktuell aus der Komfortzone bewegen sollte, dass ich wichtige Arbeit leisten kann, dass das Arbeitsumfeld im Grunde freundlich ist, und dass es nicht gut ist, wenn ich komplett vereinsame und meine soziale Kompetenz verkümmert.
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